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Schule im Herzen Duisburgs

 

Begleitung des Projektes „Meine Geschichte“

Frau Werner verfolgte mit der internationalen Vorbereitungsklasse das Projekt „ Meine Geschichte“.
Die Flüchtlinge sollten die Möglichkeit bekommen ihre persönlichen Geschichten zu erzählen und niederzuschreiben. Einige unserer AG-Mitglieder fungierten als Paten und begleiteten die Entstehungsprozesse der Geschichten. Es wurde Korrektur gelesen, nachgefragt und sich ausgetauscht. Es sind ganz tolle und eindringliche Texte entstanden, hier einige Beispiele:



Mein sinnloses Leben

Ich heiße Abdo Sheik Ibrahim. Ich bin ein Kurde aus Syrien aus der Stadt Kobande. In meinem Dorf gab es eine Schule, mein Vater war dort Lehrer. Damals war ich drei Jahre alt, ich ging fast jeden Tag mit meinem Vater zur Schule. Mein Vater hat mir fast nie geholfen, weil er selbst alles allei gelernt hat als er klein war. In der ersten Klasse war ich in Alipo und von der weiten bis fünften Klasse in meinem Dorf, die sechste Klasse besuchte ich in Menbeg. Ich hatte von Anfang an Sprachprobleme. In der sechsten Klasse hatte ich von 8.00 bis 14.00 Uhr Schule, danach sollte ich mit meinem Vater im Geschäft als Tischler arbeiten. Ich war verantwortlich dafür große Regale zu bauen, die über 200cm lang und hoch waren. Ich sollte fast jeden Tag vier davon machen. Nachdem ich die sechste Klasse beendet hatte, wollte ich in die siebte Klasse. Aber auf einmal waren die Terroristen da. In der Schule gab es nur Religionsunterricht, deshalb habe ich entschieden nicht mehr zur Schule zu gehen. In der Schule hatte ich sowieso keine Freunde. Die Mitarbeiter waren meine Freunde. Ich wohnte in der Inselstraße, dort war es sehr laut, weil die Inselstraße die Hauptstraße war.
Die Terroristen haben allen Menschen außer Frauen gezwungen in die Moschee zu gehen, dort zu beten und Religionsunterricht zu bekommen. Mein Vater ging sein ganzes Leben in die Moschee, jeden Tag drei Mal. 
In diesem Jahr sind viele Menschen geköpft worden, viele haben ihre Hände verloren. Eine Frau und ein Mann sind bis zum Tod mit Steinen geschlagen worden, weil sie Sex miteinander hatten und nicht verheiratet waren. Die Terroristen haben Kinder gezwungen, die in meinem Alter waren, sich mit anderen Menschen in die Luft zu sprengen. Viele Kinder sind so gestorben. Der Imam hat zu den Leuten gesagt, dass sie zum Dschihad gehen müssen, das sei Pflicht. Er hat gesagt, wenn sie das machen, dann werden sie im Paradis landen und unzählige Frauen heiraten.Vor dem Krieg war Politik tabu, niemand durfte seine Meinung äußern. 
Da meine Geschwister und ich keine Schule mehr haten und es keine Arbeit mehr gab, hat mein Vater beschlossen, dass wir nach Deutschland fahren werden. Aber wir hatten kein Geld und meine Mutter war schwanger und alle meine Bekannten außer mein Onkel Andnan waren dagegen. Selbst ich und meine ganze Familie waren dagegen, deshalb sind wir nach Afrien gefahren. Wir blieben eine Woche dort. Wir fanden keine Arbeit, also beschloss mein Vater, dass wir in die Türkei fahren. Wir blieben fünf Monate dort, drei Monate in der Stadt Adana und zwei in der Stadt Malatiea. Aber dort fanden wir auch keine Arbeit. Ich ging zu jedem Geschäft und fragte, ob ich arbeiten kann. Die Geschäftsbesitzer haben mich immer wieder gefragt, wo ich herkomme. Sobald ich Syrien sagte, antworteten sie: „Wir haben keine Arbeit für dich, los verschwinde!“ Mein Vater hat Arbeit bei seinem Cousin gefunden. Wir sollten Kartoffelpflanzen wegräumen. Die Arbeit war so hart und unmenschlich, dass kein Mensch das durchstehen konnte. Abends wenn ich nachhause kam, tat jeder Muskel in meinem Körper weh, sodass ich nicht mehr laufen konnte. Mein Rücken und meine Beine taten so weh, dass ich den Schmerz nicht ertragen konnte. Mein Rücken tat immer schon weh, weil ich so früh als Tischler mit so schwerem Holz gearbeitet habe. Mein Vater ging sofort ins Bett, mein kleiner Bruder hatte auch Schmerzen. Nach diesem Tag beschloss mein Vater nach Deutschland zu fahren. Da meine Geschwister klein waren und meine Mutter schwanger, wollten wir nicht mit einem Boot fahren. Mein Vater hat einen Schmuggler auf Facebook kennen gelernt. Der Schmuggler hat gesagt, dass er uns nach Marokko bringt, wenn wir ihm 1500 Dollar geben. Wir sind von Istanbul mit einem Flugzeug nach Moritanien geflogen. Meine Mutter und ich waren so traurig. Mein Vater vertraute dem Schmuggler sehr, meine Mutter und ich waren im Gegenteil sehr misstrauisch. Er kam zu uns, nahm 1500 Dollar und sagte, er werde uns um 3 Uhr nachts nach Marokko bringen. Es war Zeit, meine ganze Familie bereit, aber er kam nicht. Meine Mutter fing an zu weinen und mein Vater hatte kapiert, dass er betrogen wurde. Nach drei Tagen wurde meine Schwester Amina geboren. Wir aßen 20 Tage nur Tomaten und Brot. Am Ende fanden wir eine kurdische Familie, ein Mann mit seiner Frau und zwei Kindern. Wir beschlossen mit dieser Familie nach Mali zu fahren. Wir fhren mit einem Bus in ein Dorf. Das Dorf lag an der Grenze des Landes. Dort schliefen wir eine Nacht im Hotel. Morgens fanden mein Vater und der andere Mann einen Schmuggler. Er hat uns in ein Dorf in Mali gebracht, abends waren wir dort. Dieser Schmuggler hat uns wiederum mit einem anderen Schmuggler bekannt gemacht. Der Schmuggler, den wir kennen gelernt haben, hat gesagt, dass wir bei ihm zuhause übernachten können. Wir haben draußen auf einem dünnen Teppich ohne Decke geschlafen. Ich konnte nicht schnell einschlafen, weil es kalt war und weil der Schmuggler eine Kuh hatte, die die ganze Zeit wie ein Löwe gebrüllt hat. Am nächsten Tag sind wir mit dem Schmuggler mit seinem Auto gefahren. Es gab sehr wenig Platz. Meine Mutter und ich und meine fünf kleinen Geschwister saßen auf drei Sitzen. Meine kleine Schwester Amina war 20 Tage alt, als wir gefahren sind. Wir sollten eigentlich in einem Tag in einem Dorf namens Achliel sein. Aber weil das Auto ständig kaputt war und es regnete, konnten wir nicht rechtzeitig dort sein. Wir schliefen jeden Tag auf dem Boden und hatten immer Angst, dass der Schmuggler uns in der Sahara zurück lässt. Deshalb waren meine Eltern von Zeit zu Zeit wach. Ich war auch ständig wach, weil der Boden extrem unbequem war. Meine Mutter hatte immer Angst, dass meine kleine Schwester in der Sahara stirbt. Mein Bruder Ahmed beleidigte uns die ganze Zeit, er sagte: „Ich will essen, jetzt und sofort!“ Am vierten Tag hatten wir kein Essen und kein Wasser mehr und das Auto war kaputt. Nach ungefähr zwei Stunden sah ich ein paar Männer, die auf Kamelen reiteten. Mein Vater und der Schmuggler baten sie um Hilfe. Sie kamen mit ihren Kamelen und haben uns geholfen. Abends waren wir in Achlil. Da keine Schmuggler mehr da waren, mussten wir drei Tage warten. Wir mussten diese drei Tage draußen schlafen. In der letzten Nacht gab es mitten in der Nacht einen Tornado. Meine Eltern haben meine Geschwister und mich aufgeweckt. Sie haben uns in einen Raum aus Metall gebracht. Der Tornado war so stark, dass der Raum fliegen konnte. Meine kleine Schwester Amina, die fast einen Monat alt war, war zwei Stunden bewegungslos. Meine Mutter dachte, dass sie tot ist und fing an zu weinen. Meine Augen waren voller Sand, ich konnte gar nichts mehr sehen. Nach zwei Stunden hat meine Schwester ihren Arm bewegt. Als sie das gemerkt hat, war meine Mutter sehr glücklich, sie hätte vor Glück explodieren können. Morgens hat mein Vater einen Schmuggler gefunden. Wir sind mit ihm nach Algerien gefahren. Dort sind wir in eine Stadt namens Wahran gefahren. Dort lebte ein Bekannter von meinem Vater. Wir blieben zwei Tage bei ihm. Wir wollten noch ein paar Tage bleiben, aber seine Frau war von einem Geist besessen. Se hat versucht Selbstmord zu begehn. Einmal wollte sie sich verbrennen. Und einmal hat sie versucht sich und ihre Kinder mit einem Messer zu töten. Nachdem sie das versucht hat haben meine Eltern gesagt, dass wir sofort wegfahren. Wir sind in eine Stadt an der marokkanischen Grenze gefahren. Ein Schmuggler hat uns dann nach Marokko gebracht. Wir waren 20 Tage in einem Hotel. Dort gab es eine Stadt, Melilier, die Spanien gehörte und die ein Camp für Flüchtlinge hatte. Aber es gab eine Grenze. Ein Schmuggler hat uns einer nach dem anderen nach Melielier gebracht. Wir sind in das Camp gefahren, alle außer meine Schwester Media. Die spanische Polizei hat sie in ein Kinderheim gebracht. Wir alle waren sehr traurig. Meine Eltern sind zur Poliei gegangen und haben gesagt: „Das ist unsere Tochter.“ Aber die Polizei hat ihnen nicht geglaubt.Die Ärzte haben die DNA von meinen Eltern und meiner Schwester untersucht. Nach einem Monat waren die Ergebnisse da. Meine Eltern haben meine Schwester vom Kinderheim zum Camp gebracht. Vorher haben wir Media oft im Kinderheim besucht. Endlich war unsere Schwester wieder bei uns. Wir waren glücklich. Nach einem Monat hat uns das Camp-Sekretariat gesagt, dass wir jetzt nach Spanien fahren dürfen. Dort gab es eine Organisation, die Flüchtlingen helfen wollte. Die Mitglieder brachten uns in ein Haus. Nach drei Tagen haben wir gesagt, dass wir nach Deutschland fahren möchten. Sie sagten, wenn wir jetzt gehen würden, dürften wir nicht als Flüchtlinge wieder nach Spanien kommen. Das war für uns kein Problem, denn wir wollten nach Deutschland. Wir fuhren mit einem Bus nach Madrid und wurden dort in einem Hotel untergebracht. In Madrid haben wir uns dann mit einem Cousin meiner Eltern getroffen. Nach drei Tagen verabschiedeten wir uns. Wir fuhren mit einem Bus durch Frankreich und Belgien und waren nach 30 Stunden in Hamburg. Wir gingen zu einem Gebäude, dort waren viele Ausländer. Völlig ahnungslos stiegen wir in einen Bus und kamen nach einer Stunde in ein Camp. Dort waren wir fast drei Monate, bis uns Leute sagten, dass wir nach Duisburg fahren.Vor dem Sozialamt sind wir ausgestiegen, dort waren Dolmetscher, die uns erklärt haben, was jetzt mit uns passiert. Ein Taxi hat uns vom Sozialamt zur Molbergstr.35a gebracht und dort hat der Hausmeister uns unsere Wohnung gezeigt. Ein paar Monate später bekam ich einen Brief. In dem Brief stand, dass ich mich in einer Schule anmelden soll. Ich habe mich am Steinbart-Gymnasium angemeldet. Mein erster Tag war gar nicht gut, weil ich Angst vor der Schule hatte und nichts verstehen konnte. Meine Lehrerin war Frau Schmitz. 
Nach einem Jahr ein paar Tag vor Weihnachten bekamen wir einen Brief, in dem stand, dass wir keine Aufenthaltsgenehmigung bekommen und nach Spanien reisen müssen. Ich war weder traurig noch glücklich, ich hatte Angst und war sauer. Ich hatte es nicht für möglich gehalten nach einem Jahr diese Antwort zu bekommen. Mein Vater hat mit dem Anwalt gesprochen. Er hat gesagt, er wird tun, was er kann. Bis jetzt warte ich auf eine Antwort. 
Ich bin sehr froh, dass ich jetzt in Deutschland lebe und ich würde sehr gerne hier bleiben. Ich danke allen Lehrern und Lehrerinnen und Schülern, die mir geholfen haben.
Ich bin sehr traurig, weil ich das Steinbart-Gymnasium verlassen werde. Aber euch werde ich nicht vergessen.
Ein Tip für die Steinbart-Gymnasium-SchülerInnen: „Ein Leben ohne Träume ist wie ein Berg ohne Bäume.
Entweder der beste sein oder gar nichts. Das Leben ist sinnlos.“

The End


Hallo!
Ich bin Taleen, ich komme aus Syrien (Alhasaka) und bin Kurdin, mein Alter ist 14, ich spreche arabisch, das ist meine Muttersprache und ich spreche deutsch und ein wenig englisch. Ich verstehe auch die kurdische Sprache. Meine Hobbies sind zeichnen und ich kann auch gut malen, ich mag reiten und liebe Pferde. Ich habe acht Geschwister und lebe mit ihnen und mit meiner Mutter in Duisburg-Hüttenheim. Ich lernte in Syrien die arabische und englische Sprache, ich ging von der ersten bis zur vierten Klasse in Albukamal, eine Stadt in Syrien, in der ich geboren wurde, zur Schule.Dann mussten wir wegen des Krieges unser Haus in Albukamal verlassen. Ich war sehr jung als ich mein Land verließ und nach Alhasakah  reiste. Ich habe nichts von meinen Sachen genommen, weil das nicht wichtig war. Wir haben mit meiner Mutter die wichtigsten Dinge zusammen gesucht: Kleidung, Taschentücher, Handtücher, etwas zu essen und zu trinken, unsere Papiere, ein Heft, Stifte und wir haben das Haus geputzt. Dann hatte mein Vater einen großen LKW gebracht. Dann haben wir unsere Dinge in den LKW gelegt und es ging los. Wir waren lange in dem LKW, sieben Stunden oder mehr. Ich hatte viel Angst und dachte an meine Schule und wie es wohl in meinem neuen Leben in Alhasakah werden würde. Endlich waren wir am neuen Haus angekommen. Es war kein schönes Haus, es war sehr klein, hatte nur eine kleine Küche, zwei Zimmer, eine Toilette und ein paar Pflanzentöpfe. Wir bauten Gemüse an. Unsere Bedingungen waren sehr schlecht und wir hatten kein Geld. Unser Haus in Albukamal war sehr groß, es war eine Villa mit einem großen Garten, nicht wie in Alhakasah aber wir waren gezwungen.
Die Bedingungen wurden immer besser und die Schule lief gut. Wir lebten dort vier Jahre. Doch immer wenn die Zeit vergeht, wird der Krieg größer. Der Krieg kam auch in Alhasakah an. Wir wussten nicht, was wir machen sollten. Es war sehr gefährlich und wir wachten oft nachts auf. Plötzlich sagte mein Vater, dass wir uns treffen müssten, er hätte eine Nachricht für uns. Als er uns die Nachricht sagte, hat es mich geschüttelt. Er sagte, wir müssten unser Land verlassen und nach Deutschland reisen. Ich hatte einen Schock: wie, wann, mit wem und warum nach Deutschland?
Ich dachte über meine Schule nach, außerdem hatte ich eine Katze und Küken – was sollte ich mit ihnen machen? Ich lief in einen Raum um zu weinen. Ich wollte nicht weg, nicht zustimmen, aber ich war gezwungen zu reisen. Wir hatten Zeit unsere Sachen zu verkaufen, auch die Elektrogeräte. Ich packte meine Sachen in eine kleine Tasche: Photos, Schuhe, ein Puppe, ein Heft und einen Stift, damit ich alles aufschreiben kann, was mit uns passiert. Mein Vater verkaufte auch meine Haustiere. Nach ungefähr 20 Tagen kam mein Vater mit einem Auto und wir fuhren zwei Tage nach Alrakah. Die Reise ging über Aleppo nach Idleb und dann an die türkische Grenze. Wir sprachen mit verschiedenen Schmugglern und fuhren verschiedene Autos und warteten viel. Schließlich kamen wir zu dem Haus meiner Großmutter. Sie wohnt in der Türkei, ist 80 Jahre alt und die Mutter meines Vaters. Wir waren fünf Tage in ihrem Haus, dann stiegen wir in einen Bus in Izmir und unsere Reise ging weiter. Wir kamen an einen Fluss. Dort stiegen wir aus und warteten eine Stunde. Wir warteten auf ein Boot, mit dem wir dann nachts weiter fuhren. Wir sind auf das Boot gestiegen und anfangs war alles gut. Plötzlich blies der Wind und es kamen Wellen auf. Dann lief viel Wasser in das Boot. Wir wurden nass. Unsere Handys waren kaputt. Dann waren wir auf einer Insel. Wir waren ganz nass. Meine Brüder machten Feuer und wir trockneten unsere Kleidung. Es dämmerte schon und wir waren immer noch auf der Insel. Irgendwann kam ein Mann mit seinem Boot und half uns. Als wir in Griechenland ankamen, ging es zu Fuß weiter. Es war wunderschön, das Meer und die Bäume waren malerisch. Wir gingen ca. 4 Stunden zu Fuß, dann sind wir mit dem Bus gefahren. In Griechenland blieben wir 10 Tage in einem Camp. In diesen zehn Tagen verbrachte ich die ganze Zeit am Meer, die Aussicht war traumhaft. Schließlich fuhren wir mit dem großen Schiff ca. 11 Stunden nach Mazedonien, Bulgarien, Slowenien und Österreich. Dann endlich waren wir an unserem Ziel angekommen, wir waren in Deutschland. Zuerst haben wir in einem Camp in Süddeutschland gelebt, ich glaube ca. zwei Monate. Von dort kamen wir in dieses Haus und begannen zu lernen. Den Frieden und die Sicherheit, die ich in Deutschland jetzt fühle, habe ich noch nicht lange. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung für mich und für jeden Flüchtling und ich hoffe aus der Tiefe meines Herzens, dass der Krieg zuende geht, dass am Ende alles Gute siegen wird. Das war meine Geschichte, ich hoffe, sie hat euch gefallen.

Ich heiße Rahima Abdullah und ich komme aus Aleppo in Syrien.  Aleppo liegt im Nordwesten von Syrien. In Aleppo leben 2.100.000 Menschen und in Syrien 20.960.588, davon sind 5.000.000 auf der Flucht. Man spricht dort arabisch, kurdisch und die Zigeunersprache. 
Ich bin seit zwei Jahren in Deutschland, ich wohne in Duisburg in einer Wohnung mit meinen Eltern und Geschwistern, einem Bruder und einer Schwester. Ich gehe zum Steinbart-Gymnasium.

In Syrien habe ich Schexmaksud Garbie 10 in einem Haus gewohnt.In der ersten Etage gab es drei Zimmer, eine Küche und eine Toilette mit Badezimmer. Im Erdgeschoss gab es eine weitere Toilette. Ich hatte kein eigenes Zimmer sondern eins mit meiner Schwester und meinem ein Jahr älteren Bruder. Wir hatten drei Balkone: Einer war lang und zwei klein und kurz. Im Erdgeschoss gab es drei Geschäfte: ein Elektrofachgeschäft, ein Schreibwarenladen und eine Bibliothek, dort konnte man Nachhilfe nehmen. Mein Vater arbeitete mit meinen Brüdern in dem Elektrofachge-schäft, meine Mutter war zuhause und mein Bruder, der ein Jahr älter ist, arbeitete nach der Schule in einem Frisörgeschäft. Unsere Straße war immer hell und laut, nur manchmal war es leise, das hat mir gut gefallen. Viele meiner Freunde wohnten in unserer Straße. Meine Schule war in einer anderen Straße. Dort habe ich Arabisch, Englisch, Mathematik, Musik, Kunst, Sport, Politik, Geschichte und Biologie gelernt. Frau Amina war die Arabisch- und Mathematik-Lehrerin und Klasse 1 und 2, Frau Raha die Arabisch-Lehrerin in Klasse 3 und Frau Salwa die Lehrerin in Klasse 4. Ich war die dritte Schülerin und Klassensprecherin in der Klasse.
Mein Papa hat gesagt, dass wir in die Türkei fahren müssen, weil es in meiner Stadt Krieg gab. Ich war sehr glücklich, dass ich aus Syrien weg musste. Zwei meiner Brüder waren bereits in der Türkei, deshalb wollten wir auch dorthin. Ich bin zusammen mit drei Brüdern, einer mit seiner Frau und zwei alleine, und mit meiner Schwester gefahren. Meine Mutter, meine Schwester und mein Papa sind zusammen gefahren. Ich habe nichts mitgenommen. Meine Schwägerin und meine Schwester haben ihre Anziehsachen und etwas zu essen mitgenommen. Mein letzter Tag in Syrien war sehr schön, ich war bei meinem Onkel in seinem Haus und habe mit meinen Cousinen zusammen gespielt. Wir haben mit der Katze geschlafen.
Wir haben dann ein Jahr in der Türkei gewohnt, bis meine Brüder und Schwestern ihre Arbeit verloren haben. Mein Papa hat gesagt, dass wir die Türkei verlassen müssen, da es sehr schwer war Arbeit zu finden. Wir sind schließlich mit dem Boot von Asmir nach Griechenland gefahren. Wir sind vierzehn Tage geblieben und dann mit einem Schiff weiter nach Mazedonien, dann durch Serbien, Kroatien und Österreich bis nach Deutschland manchmal gefahren und viel gelaufen. Das dauerte fast zwei Wochen. Wir hatten wenig Geld. Am 12. November 2015 waren wir in Deutschland. Leider sind wir in Düsseldorf verteilt worden und meine Brüder wohnen in Aachen und meine Eltern, meine Schwester und ich in Duisburg.
Mein Aufbruch in eine neue fremde Welt war sehr schlecht.

Jeden Tag zerstört der Krieg viele Häuser und viele Träume. Er radiert viele Ziele weg und er bringt vielen Menschen den Tod, viele Familien werden durch ihn getrennt. Im Krieg verlieren wir viele besondere Menschen, so wie ich meine Freundin verloren habe. Ich werde euch meine Geschichte erzählen.
Ich bin Lora, ich bin 16 Jahre alt und seit zwei Jahren bin ich in Deutschland. Ich komme aus Al Qamishly in Syrien. Ich wohne in Duisburg mit meiner Mutter und meinen Geschwistern zusammen, weil meine Eltern getrennt sind.
Ich wurde in Al-Bukamal am 11.8.2002 geboren. Ich habe sechs Geschwister und einen Zwillingsbruder. In Syrien spricht man Kurdisch und Arabisch. Ich wohnte mit meiner Familie in einem Wella zusammen, ich hatte dort ein großes Zimmer mit meiner Schwester zusammen und eine Katze, sie hieß Kuki. Meine Mutter arbeitete als Arabisch-Lehrerin an einer Grundschule. Mein Vater hatte eine Aluminium-Firma. Mit 6 Jahren bin ich zu der Grundschule gegangen, in der meine Mutter gearbeitet hat. Meine Mutter hörte dort auf zu arbeiten als sie meinen kleinen Bruder bekam.
Ich lernte in meiner Schule drei Jahre. Ich war immer am fleißigsten und ich hatte viele Freunde und Freundinnen. Ich lernte die arabische und englische Sprache und andere Fächer (Mathe, Biologie, Kunst, Musik, Religion und Sport). Bis zur vierten Klasse konnte ich lernen und hatte noch die Fächer Geschichte, Erdkunde und Politik.
Der Krieg fing in Syrien 2011 an. Ich war damals 9 Jahre alt. Meine Eltern hatten entschieden, dass wir alles hinter uns lassen und in eine andere Stadt gehen, in der es keinen Krieg gibt. Dann verkaufte mein Vater seine Firma, ich verließ meine Schule und wir sind in ein anderes Bundesland, das Al-Hasaka heißt, umgezogen. Als wir angekommen waren arbeitete mein Vater in einem Aluminium-Geschäft und ich besuchte in einer Schule die Klassen 5 und 6. Ich hatte mich schnell angepasst, alle waren so nett. Nachdem ich die Grundschule abgeschlossen hatte, besuchte ich dann ein Gymnasium. Ich besuchte die 7te Klasse, meine Noten waren immer ausgezeichnet. Wegen der schlechten Kriegsbedingungen hatte mein Vater entschieden, dass wir nach Deutschland fahren sollten. Ich war damals in der 8ten Klasse. Als ich wusste, dass wir nach Deutschland fahren und meine Heimat verlassen werden, war ich ganz traurig, ich wollte nicht, dass wir unser Land verlassen, ich wollte immer mit meinen Freundinnen sein. 
Schließlich habe ich mich von meinen Freundinnen und meiner Lehrerin verabschiedet. Danach habe ich meine Schule verlassen. Wir bereiteten uns auf die Reise vor. Ich hatte eine kleine Katze, deshalb sollte ich sie meiner Freundin geben, damit sie versorgt wird. Meine Kleidung legte ich in eine kleine Tasche. Mein Vater hatte entschieden alle Dinge in unserem Haus zu verkaufen. Nachdem die Dinge aus unserem Haus verkauft waren, verspätete sich unsere Reise um eine weitere Woche. Wir hatten keine Sachen mehr in unserem Haus außer die gepackten Taschen. Dann sind wir in eine Wohnung umgezogen und nach einer Woche mit einem Auto losgefahren. Wir haben viele Bundesländer mit Schwierigkeiten durchquert z.B. Al-Raqa, Aleppo, Idleb. Alles war schwer sogar tödlich. Wir sind weiter mit dem Auto gefahren, der IS war überall. Deshalb haben wir lange schwarze Kleidung und den Wirt gekauft. Das Wetter war super schlecht: am Morgen war es ganz heiß und nachts war es super kalt, alles war schlechter als wir es erwartet hatten. Wir konnten die Straßen mit Schwierigkeiten durchqueren. Alle Straßen waren wegen der IS-Truppen gesperrt. Als wir in Al-Raqa waren, fuhren wir auf leeren Straßen ohne Häuser und ohne Personen. Bis 6 Uhr morgens haben wir im Auto geschlafen. Dann fuhren wir nach Aleppo. Es dauerte ungefähr 14 Stunden bis wir in Aleppo ankamen. Dort liefen wir auf eine alte Straße und aßen in einem beliebten Restaurant, bevor wir weiter fuhren. Bis 12 Uhr nachts blieben wir im Auto und sind dann mit den Leuten, die mit uns im Auto waren in ein altes Haus gegangen, dort haben wir dann geschlafen. Es gab keine Decken nur ein paar Betten. In dieser Nacht habe ich nicht geschlafen. Ich war die ganze Zeit wach. Ich dachte: Wo werden wir sein? Werden wir sterben? Werden wir in Deutschland ankommen? Um 5 Uhr morgens sind alle aufgestanden und wir sind weiter gefahren. Nachts sind wir irgendwann kurz vor der türkischen Grenze angekommen. Wir schliefen in einem kleinen Zimmer im Wald. Morgens sind wir los gegangen, um den Berg zu besteigen. Das Wetter war regnerisch und das Bergsteigen war so schwer, die Erde war so nass, jeder musste sich an Bäumen festhalten, die große Dornen hatten. In unserer Gruppe war eine alte Frau, sie konnte den Berg nicht hinauf steigen. Ihr Sohn hat sie auf den Rücken genommen. Als er die halbe Strecke geschafft hatte, fiel er zu Boden und sein Herz hörte auf zu schlagen. Die türkische Polizei hat uns schon von weiter Entfernung gesehen, manche hatten große Angst, sie liefen schnell den Berg hch, ein junger Mann stürzte dabei vom Berg herunter. Er ist leider auch gestorben. Als wir in der Türkei ankamen, fuhren wir in das Haus meiner Oma. Dort waren wir sieben Tage. Dann ging es weiter.
Bevor wir mit dem Boot weiter fuhren, kauften wir Rettungsjacken. Das Boot war 2 Meter lang und wir waren 46 Personen. Wir waren zuviele, wir warteten bis 12 Uhr, dann sind wir los gefahren. Alle hatten Angst. Der Boosfahrer hat uns gesagt, dass wir 40 Minuten brauchen, bis wir das Meer durchquert haben. Am Anfang war das Meer leise, nach 15 Minuten wurd es gereizt, alle haben die ganze Zeit geschrien. Das Wasser ist ins Boot gekommen und der Fahrer konnte das Boot nicht kontrollieren. Wir waren 6 Stunden in dem Boot, dann hat einer von uns eine kleine steinerne Insel gesehen. Die letzten drei Meter sind wir geschwommen. Das Wetter war so kalt und unsere Haare und Kleidung waren komplett nass. Unsere Taschen hatten wir im Meer verloren. Wir hatten Feuer gemacht und alle saßen rund um das Feuer. Wir haben 3 Stunden auf der Insel gewartet, dann hat uns ein Jäger gesehen. Alle hatten wieder Hoffnung, dass wir weiter leben können. Er ging für eine halbe Stunde weg und er kam mit Lebensrettern und einem Schiff zurück. Bis wir schließlich ankamen saßen wir noch 45 Minuetn im Schiff. In Griehcneland sind wir dann mindestens 5 Stunden gelaufen und später hat uns ein Bus in einen Ort gebracht. Der Ort war direkt am Meer und es waren viele Leute da. Sie lebten in Zelten und warteten auf ein Schiff. Wir kauften auch ein Zelt und wohnten darin. Nach 10 Tagen ist dann endlich ein riesiges Schiff gekommen. 
Wir durchquerten viele Länder bevor wir nach Deutschland gekommen sind: Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien, Österreich und endlich Deutschland. 
Am Anfang wohnten wir in Camps, nach zwei Monaten sind wir in eine Wohnung gezogen. Bis wir zur Schule gehen durften hat es 5 Monate gedauert. Dann bin ich auf das Steinbart-Gymnasium gekommen.
Ich wünsche mir, dass es in Syrien wieder Frieden geben wird und dass ich zurück in meine Heimat fahren kann. Ich wünsche auch, dass überall in der Welt Frieden sei.

 
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