Das Fach Evangelische Religion stellt sich vor:

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,
Religionsunterricht gehört zum Bildungsauftrag öffentlicher Schulen. In einer Welt, die sich rasch verändert und Kindern und Jugendlichen nicht immer freundlich begegnet, sollen sie Zuversicht und Orientierung für ihr Leben finden. Dabei will ihnen der Religionsunterricht helfen. Er vermittelt Kenntnisse über den christlichen Glauben und die anderen Religionen. Er fördert Mitmenschlichkeit und Toleranz und hilft dazu, eine eigene Überzeugung in wichtigen Lebensfragen zu finden.
Der Religionsunterricht unterstützt das Recht auf religiöse Bildung. Er gibt Schülerinnen und Schülern, die in ihrer Umgebung oft nur noch wenig religiöse Lebenspraxis finden, die Chance, Glaubensinhalte kennen zu lernen. Und er unterstützt damit auch Eltern bei den Aufgaben, die die Erziehung mit sich bringt.

Was ist der Sinn des Lebens?
Im Leben gibt es „letzte Fragen“, auf die sich keine einfachen Antworten finden:
Gibt es Gott? Hat die Welt einen Sinn? Wohin führt das alles? Was ist der Sinn meines Lebens? Was kommt danach?
Es gehört zum Menschsein, solche Fragen zu stellen. Zu den besonderen Aufgaben des Religionsunterrichts gehört es, diese Fragen wach zu halten und nach tragfähigen Antworten zu suchen.

Antworten auf Lebensfragen
Wie will ich später leben? Was mache ich, wenn es Probleme gibt? Wie soll ich mich in Konflikten entscheiden? Woran kann ich mich halten? Der Religionsunterricht ist das Schulfach, in dem Jugendliche über ihre Probleme reden und Fragen erörtern können, die jeden Menschen beschäftigen. Und sie begegnen hier Lehrerinnen und Lehrern, die sich ihren Fragen stellen und aus christlicher Orientierung dazu Stellung nehmen.

Kenntnisse über andere Religionen und Kulturen
Wie feiern jüdische Schüler Bar-Mizwa? Warum tragen muslimische Mädchen Kopftücher? Woran glauben eigentlich Buddhisten?
Ohne Grundkenntnisse in Religion bleiben fremde Kulturen unverständlich. Unwissenheit und Gleichgültigkeit erschweren die Verständigung zwischen den Religionen, Kulturen und Konfessionen.
Der Religionsunterricht kann wesentlich dazu beitragen, dass sich Jugendliche unterschiedlicher Herkunft mit Interesse, Respekt und Toleranz begegnen.

Dürfen wir alles, was wir können?
Alles scheint heute möglich zu sein: die elektronische Vernetzung der Menschheit, die medizinische Verlängerung des Lebens, aber auch: eine katastrophale Veränderung des Klimas, die Produktion künstlichen Lebens.
Der Religionsunterricht stellt die Frage nach der Verantwortung. Er ermutigt Jugendliche, in ihrem Leben für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einzutreten.

Religion gehört zur Bildung
Wer nichts von Jesus weiß, die Zehn Gebote nicht kennt, nichts vom biblischen Schöpfungsglauben oder von der Hoffnung auf das Reich Gottes gehört hat, kann unsere Kultur und Gesellschaft nicht verstehen. Literatur und Kunst, Musik und Film bleiben ohne Grundkenntnisse der Bibel und der christlichen Tradition oft unverständlich. Im Religionsunterricht lernen Jugendliche die christlich geprägten Grundlagen unserer Kultur und unserer sozialen Wertvorstellungen kennen.

Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft fördern
In unserer Leistungs- und Erfolgsgesellschaft stehen arme und arbeitslose, kranke und behinderte Menschen oft am Rande. Auch unter Jugendlichen gibt es viele, die eher im Schatten des Wohlstands leben oder persönliche Probleme haben.
Von Gott her hat jeder Mensch seine unantastbare Würde. Jeder ist einzigartig und verdient Anerkennung. Der Religionsunterricht macht sensibel für Leid und Not anderer Menschen. Er schärft den Blick für Unrecht und Unmenschlichkeit und ihre Ursachen.

Alles, was Recht ist
Der Religionsunterricht ist das einzige Schulfach, das im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert ist: „Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen … ordentliches Lehrfach.“ Er wird „in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt“ (Art. 7,3).
Der Religionsunterricht ist ein reguläres Unterrichtsfach mit Lehrplänen, die sie auch auf der Homepage unserer Schule finden, mit Schulbüchern und mit Noten.
Am evangelischen Religionsunterricht nehmen grundsätzlich alle evangelischen Schülerinnen und Schüler teil. Allerdings gibt es die Möglichkeit, sich aus Gewissensgründen von der Teilnahme abzumelden. Die Abmeldung erfolgt bis zum 14. Lebensjahr durch die Eltern und Erziehungsberechtigten, ab dem 14. Lebensjahr durch die Schülerinnen und Schüler selbst.
Am evangelischen Religionsunterricht können aber auch alle Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die oder deren Eltern nicht zur evangelischen Kirche gehören. Schülerinnen und Schüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, belegen am Steinbart-Gymnasium das Fach „Philosophie“. Mit 14 Jahren sind Schülerinnen und Schüler religionsmündig. Sie können sich dann auch selbständig zum Religionsunterricht anmelden.

Kompetenzen und Standards
Das Fach Evangelische Religionslehre wird am Steinbart-Gymnasium nach den Lehrplänen des Landes NRW unterrichtet. Es orientiert sich an den Kompetenzen und Standards der amtlichen Lehrpläne für den Religionsunterricht in den Sekundarstufen I und II. Um die oben beschriebenen Ziele erreichen zu können, bedarf es spezifischer Kompetenzen, die im Religionsunterricht erworben werden:

  1. Wahrnehmungs- und Darstellungsfähigkeit: Religiöse Phänomene erkennen und beschreiben.
  2. Deutungsfähigkeit: Religiöse Sprache und Überlieferung verstehen und deuten.
  3. Urteilsfähigkeit: Fähigkeit, zu religiösen Fragestellungen einen eigenen Standpunkt zu entwickeln.
  4. Dialogfähigkeit: Im Dialog mit anderen Religionen mitreden und argumentieren können.
  5. Gestaltungs- und Handlungsfähigkeit: In religiösen und moralisch-ethischen Fragen urteilen und handeln.

Am Ende der Sekundarstufe I sollen die Schülerinnen und Schüler über grundlegende Kompetenzen in diesem Rahmen verfügen. Nähere Informationen finden Sie in den hausinternen Lehrplänen für die einzelnen Jahrgangsstufen auf der Homepage unserer Schule. Dort werden auch Standards für die Bewertung benannt.
Unterrichtsgrundlage neben der Bibel ist das an unserer Schule bewährte „Kursbuch Religion“.
Die gymnasiale Oberstufe setzt die Arbeit der Sek. I in den verschiedenen Kompetenzbereichen fort und rückt zugleich wissenschaftspropädeutisches Lernen und Arbeiten in den Mittelpunkt. Die Themen der Qualifikationsphase richten sich nach den vom Land NRW vorgegebenen verbindlichen Unterrichtsinhalten zur Vorbereitung auf das Zentralabitur. Das Fach Evangelische Religionslehre kann sowohl schriftliches als auch mündliches Abiturfach sein. Die schulinternen Lernpläne für die Oberstufe sind ebenfalls auf unserer Homepage verfügbar. Als Lehrwerk dient das „Kursbuch Religion Sekundarstufe II“.


Fächerübergreifendes Lernen, neue Medien, außerschulische Lernorte und Kooperationen, Schulgottesdienste und Beratung
Die Inhalte und Methoden des Faches Evangelische Religionslehre legen eine enge Kooperation mit anderen Fächern nahe, z.B. Deutsch, Geschichte, Politik, Sozialwissenschaften oder Musik. Die Nutzung und Anwendung neuer Medien ist ein wichtiger Baustein unserer fachspezifischen und methodischen Arbeit. Zum Lernen außerhalb der Schule gehören z.B. Besuche in den umliegenden Gemeinden und Gotteshäusern. Auch andere Religionsgemeinschaften im Umfeld werden kennen gelernt. Wichtiges Element des Schullebens am Steinbart-Gymnasium sind außerdem unsere ökumenischen Schulgottesdienste. Zum Angebot der Fachschaften Kath. und Ev. Religionslehre am Steinbart-Gymnasium gehören außerdem vertrauliche Beratung und Seelsorge in Lebensfragen und Krisensituationen.

Falls Sie noch Rückfragen haben, melden Sie sich gerne unter:
religion@steinbart-gymnasium.de